AugustAugust20102010

18.08.2010 19:36 von Ulla Hasbach


Wer hätte gedacht, daß nach diesem langen und kühlen Frühjahr so ein schöner Sommer folgt. Wie günstig, daß die trockene Periode nicht so früh kam wie die Jahre zuvor. So hatten viele Pflanzen ausreichend Gelegenheit, sich vor der Blüte zu entwickeln. Mittlerweile ist es vielerorts zu trocken: jetzt erkennen wir, welche Pflanzen die wahren Trockenkünstler sind.


Trockenkünstler
Schön ist es, im Garten Pflanzen zu kultivieren, die ohne viel Pflege und Bewässerung gesund und frisch aussehen. Es scheint, als sollten wir uns auf trockene Sommer umstellen und dies bei der Bepflanzung unseres Gartens berücksichtigen. Meist sind es die Graulaubigen, die Behaarten oder die Sukkulenten, viele von ihnen heimisch aus Südeuropa, die Trockenperioden besser vertragen. Ihre Blattfarbe oder die Blattfestigkeit oder die Behaarung schützt sie vor zu starker Verdunstung. Das Currykraut, der Wollziest oder die Tripmadam sind hierfür gute Beispiele. Petersilie und Fenchel genießen die Trockenheit. Mit ihren langen Pfahlwurzeln holen sie sich aus der Tiefe die Feuchtigkeit, die sie benötigen. Umgekehrt schwächeln sie auch bei zu viel Nässe.
Die Bergminzen scheinen sehr trockentolerant zu sein wie ein Test in diesem Sommer mit der amerikanischen Chirrocee-Bergminze zeigte: diese wurden Ende Juni in ein schon trockenes Beet gepflanzt, und ohne zusätzliche Bewässerung entwickelten sich diese Pflanzen hervorragend. Das Praktische an den Bergminzen ist, daß sie auch Halbschatten tolerieren, oft sogar feuchteren Boden: sie sind also völlig unproblematisch. Als Lippenblütler sind sie zudem umschwärmte Insektenweiden.
 
Pflanzen, die Trockenheit sowie feuchten Boden ertragen, sind natürlich das Beste. Auch sie gibt es. Einige Wildpflanzen kommen mit so unterschiedlichen Bedingungen aus, daß es fast unvorstellbar ist. In der Natur wachsen sie eher auf feuchten Böden: so z.B. der Eibisch mit samtig weichen Blättern und kleinen hellrosa Malvenblüten, durchaus eine langblühende Zierpflanze. Oder der Blutweiderich mit purpurrosa Blütenkerzen steht auch bei Trockenheit stramm im Garten, wunderschön zu Rosen. Schön ist die Eberraute, ein kleiner Strauch aus der Artemisia-Familie mit graugrünen, duftenden Blättern und kugeligem Wuchs. Sie hat unscheinbare Blüten und eignet sich gut als Strukturpflanze. (Wichtig: im Frühjahr stark zurückschneiden) Auch sie verträgt trockenen wie schwereren und feuchteren Boden.
Meine Lieblingspflanzen in dieser Beziehung sind der Teufelsabbiss und der Gartengamander: Der Teufelsabbiss mit violettblauen Skabiosenblüten an langen Stielen stand seit letztem Jahr in einem Topf am Eingang der Gärtnerei. Trotz Mangelernährung und Trockenheit überzeugte er eine Reihe von Kunden, diesen zu kaufen, so daß wir für dieses Jahr nahezu ausverkauft sind. Beeindruckend auch der Gamander mit altrosa Lippenblüten und dunkelgrün glänzenden Blättern, umschwärmt ist er auch von Insekten. Einen kriechenden Gamander biete ich für besonders trockene Standorte, wie z.B. ein Grasdach, an  Auffallend trockenresistent ist auch ein kleiner Wermut, die Artemisia ‚Powis Castle‘ mit nur 40 cm Höhe. Er steht bei mir völlig trocken im Regenschatten vor der sonnigen Hauswand, dekorativ durch silbergraues Laub und starken Duft. Merken Sie sich diese Pflanze für ihre Topfbepflanzung im Herbst. Im Garten mit unseren feuchten Wintern ist diese Pflanze oft nicht ausreichend winterhart, doch im Kübel hielt ich sie über mehrere Jahre, auch im Winter, draußen halten. Kombiniert mit hängenden spanischen Gänseblümchen ist es eine bis Weihnachten reizvolle Kombination. Im Januar ergänzte ich die fehlende Blüte des Gänseblümchens mit Kiefernzweigen.

Eine Beobachtung, die ich beim Wässern meiner Containerrosen in diesem trockenen Sommer immer wieder machte: während die veredelten Rosen noch feucht waren, stand die Mehrzahl meiner wurzelechten Rosen schon trocken. Besonders auffallend die Dünenrosen, die R. pimpinellifolias, die für mein Gefühl immer Wasser  benötigten. Wie sollte ich dies erklären, da die Dünenrosen doch besonders viel Trockenheit tolerieren.
Eine ähnliche Erfahrung hatte ich mit der Cistrose gemacht, verbreitet im Mittelmeerraum. Diese waren auch im Topf ständig trocken. Mir wurde klar, daß diese Pflanzen an ihrem Naturstandort mit weniger Regenfällen auskommen, weil sie im Boden umso stärker Wasser ziehen. Als Fazit meiner Beobachtungen kann ich ziehen, daß wurzelechte Rosen nicht nur winterhärter (ich hatte keinen Ausfall im letzten Winter), sondern auch vitaler und mit schlechteren Bodenbedingungen klarkommen.
 

Das Rosenexperiment
Für das Mutterpflanzenquartier hatten wir vor 2 Jahren 50 Rosen (veredelte und wurzelechte) in 2 Meter Abständen auf ein 500 qm großes Stück mit schlechtestem und sandigem Boden gepflanzt. Regelmäßig Wässern kann man dort bei Trockenheit nicht. Nach der Pflanzung wurde der Boden ausgiebig mit Steinmehl und Mist versorgt und die Fläche regelmäßig mit Gärtnereiabfällen (Schnitt, eingegangen Pflanzen) gemulcht.  Der Vorteil: Diese Schicht unterdrückt das Unkraut und schützt den Boden vor Austrocknung. Nach der Verrottung des Materials setzt sich dies in Nahrung für die Pflanzen um. Unsere Erfahrung in diesem Sommer:  Der karge Sandboden behielt auch nach Wochen ohne Regen ausreichend Feuchtigkeit für die Rosen. Die Rosen standen ausnehmend gut: ohne Krankheiten, gut versorgt und ohne hängende Blätter.
Ein Experiment, das zum Nachmachen einlädt.
Jedoch seien Sie vorsichtig, wenn Sie zu schweren Boden und infolgedessen viele Schnecken haben. Diese können sich unter der dicken Mulchdecke verstecken und werden zur Vermehrung angeregt.


Rezepte

Mein Rezept, das ich jedes Jahr im Juli/August zubereite:

Kräutersalz

Beifußknospen und Blätter
Schafgarbenblüten und Blätter
Thymian (gerebelt)
und nach Belieben Rosmarin

Trocknen Sie alle Kräuterteile gut (aber nicht über 30°)
So gut wie möglich zerkleinern
Durchsieben (um grobe Bestandteile herauszuholen)
Kräuter mit Salz vermischen (40:60%)
Mit dem Schneidemesser des Zauberstabs verschlage ich die Kräuter mit dem Salz,
um eine einheitliche Mischung zu bekommen.

Lecker zu Kartoffeln, zu Fleisch, zu Eiern: es paßt eigentlich zu allen Gerichten.


Der Juli war ja sehr trocken und heiß.

Tabouleh
ein Gericht aus arabischen Ländern, ist ein Essen, das bei Hitze besonders gut schmeckt.

Couscous  (eine Art Weizengries) können Sie mittlerweile in jedem größeren Supermarkt kaufen.
Tomaten, Schlangengurken, Frühlingszwiebeln (oder auch Zwiebeln)
Petersilie, Minze
Zitronensaft(aus 3-4 Zitronen) Salz und Öl

Bereiten Sie das Couscous nach Anleitung zu (ich nehme immer 30% weniger Wasser)
Schneiden Sie Tomaten, Gurken und Zwiebeln in kleine Würfel
Petersilie und Minze hacken
Zitronensaft mit Salz verrühren
Alles vermischen und abschmecken. Zum Schluß Öl nach Belieben untermischen.
Möglichst eine Stunde durchziehen lassen.
Vor dem Servieren abschmecken, evtl noch einmal nachwürzen.

Dies alles ist einfach und schnell zubereitet. Durch die Minze und den Zitronensaft sehr erfrischend.



Im folgenden ein weiteres Minz-Rezept mit Curry
Dies ist von den Zutaten her ein Gericht, welches wir in der kühleren Jahreszeit genießen können.

Kartoffel-Erbsen-Curry

2 El Öl
1Tl Curry
1große Zwiebel
2 El gehackte Pfefferminze
1 Tl fein geriebene frische Ingwerwurzel
1 Tl Kurkumapulver

800g Kartoffeln
100-150 ml Wasser
200 g grüne Erbsen (frisch oder tiefgefroren)
1 Tl Garam Masala
1 El Zitronensaft

Zwiebel fein schneiden.
Kartoffeln schälen und in Würfel schneiden
Currypulver in Öl anrösten, Zwiebeln zufügen und anbräunen lassen,
Pfefferminze, Ingwer und  Kurkuma unterrühren
Kartoffeln mit wenig Wasser zufügen und bei schwacher Hitze weich garen.
Die Erbsen die letzten 5 Minuten mitgaren.
Das Curry mit Garam Masala (indisches Gewürz) bestreuen und mit Zitronensaft beträufeln.
Nochmals erhitzen.

Minz-Kakao

Die vergangenen Tage mit andauerndem Regen und beginnender Herbststimmung laden uns zu einem heißen Kakao ein. Eine Kundin verriet mir folgendes Rezept:
Sie kocht die Milch mit Pfefferminze (sie nimmt hierfür die italienische Mentuccia-Minze mit basilikumähnlichen Blättern und sehr starkem Duft).
Mit dieser Milch bereitet sie einen kräftigen Kakao.
Fertig.


Kräuter für die Haare
Eine Spülung mit Kräutern aus Ihrem Garten bringt Ihre Haare zum Glänzen (Salbei für dunklere Haare), fördert die Durchblutung der Kopfhaut (Rosmarin) oder hellt sie auf (Kamille oder römische Kamille).
Hier gibt es endlich eine Verwendung für die römische Rasenkamille mit den gefüllten Blüten. Sie blüht unermüdlich bis weit in den Herbst hinein. Wer sie im Garten hat, kann einen Versuch wagen, Blüten für einen Haar-Tee zu ernten.
Ein Tee aus Johanniskraut soll den Haaren einen rötlichen Stich geben.
Die Zubereitung: Ganz einfach. Überbrühen Sie die Kräuter mit kochendem Wasser. Lassen Sie 10 Minuten ziehen, sieben den Tee durch und lassen ihn auf Körpertemperatur abkühlen.
Spülen Sie die Haare nach dem Waschen und Frottieren mit dem Kräutertee. Nicht auswaschen.
Nicht alle Kräuter habe ich ausprobiert, aber vielleicht möchten Sie es versuchen und mir über die Erfahrungen berichten.




Aus der Gärtnerei

Gräsertage

 

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Spätsommer und Herbst sind der Auftritt der Gräser. Unscheinbar bis Juni ähneln sich viele Gräser. Einige sind schon frühe Hingucker, wie die 1-jährige Mähnengerste (wunderschön) oder das Silberährengras (leicht und beschwingt mit langer Blüte ab Juni bis in den Herbst). Auch einige Stipas (Federgräser) blühen relativ früh. Doch die meisten erheben sich jetzt zu voller Pracht. Sie kommen nun richtig zur Geltung und wir können sie unterscheiden und kennenlernen. Bald blüht das Diamantgras, die Rutenhirse setzt erste Blüten an, nur das Lampenputzergras läßt noch etwas auf sich warten. Habe ich Sie neugierig gemacht? Vielleicht haben Sie ja Lust, die Gärtnerei zu besuchen. Am Sonntag, den 5. September laden wir Sie herzlich zu einigen Extraangeboten ein. Es gibt Akkordeon-Musik (mein Sohn Till, der Akkordeonspieler, ist für kurze Zeit zuhause, bevor er Anfang Oktober nach Berlin zieht). Wir bieten Kaffee und Kuchen und herzhafte Leckereien an. Bei der Gärtnereirallye kann die ganze Familie mitmachen. Wir freuen uns, wenn Sie am 5. September von 11-18 Uhr oder auch an anderen Tagen während der Öffnungszeiten oder außerhalb (Montag-Mittwoch mit vorheriger Anmeldung) vorbeikommen möchten.

 

 

Die Gärtnerei bei der NDR Visite

 

tl_files/bilder/ulla_ndr_visite_270710.jpg                                       Quelle: NDR-Fernsehen, Visite vom 27.07.2010, www.ndr.de

 

 

Am 27. Juli 2010 hat der NDR in der Sendung "Visite" einen Beitrag über die gesundheitlichen Aspekte der Pfefferminze gesendet. Diese Sendung können Sie sich hier online anschauen. Klicken Sie auf "Mediathek starten", um direkt zum Beitrag zu gelangen.


Kursbenachrichtigung
Eine Bekannte machte uns darauf aufmerksam: Viele Kurse, die beim Erscheinen des Kursprogramms interessant erscheinen, vergißt man nach einiger Zeit. Deswegen gibt es jetzt monatlich eine Kursbenachrichtigung per e-mail. Anfang jeden Monats erfahren Sie, welche Kurse in dem Monat stattfinden. Für unsere Planung ist es wichtig, daß Sie sich dann bei Interesse möglichst 2 Wochen vorher anmelden.
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